Ein SS-Untersturmführer, die R.A.F. und eine Gesamtlehrerkonferenz
Die angekündigte vorzeitige Entlassung Brigitte Mohnhaupts hat die üblichen Verdächtigen die allseits erwarteten und üblichen Phrasen erbrechen lassen:
Dass “eine Schwerverbrecherin auf freien Fuß kommt, die ihre Taten nie bereut hat und in den Jahren der Haft nichts dazu beigetragen hat, die Straftaten vollständig aufzuklären”, erfülle ihn mit Unbehagen, sagte der CSU-Politiker. Besonders die Vorstellung, dass Mohnhaupt in Talkshows auftreten und bislang nicht bekannte Details des RAF-Terrors preisgeben könnte, sei für ihn “schwer erträglich”.
Bayerns Innenminister Günther Beckstein (Quelle: tagesschau.de)
Oder er hier:
… Bei Mohnhaupt bleibe “ein Gefühl der Bitterkeit”. Die RAF habe zehn Polizisten ermordet. Diese Morde könnten nicht vergessen werden, auch wenn der Richterspruch zu akzeptieren sei.
Konrad Freiberg, Vorsitzender der Polizeigewerkschaft (Quelle: ebenda)
Oder der:
… sieht in der Entlassung eine mögliche Gefahr. Mohnhaupt sei der “Typ Rädelsführerin”.
Hans Ludwig Zachert, früherer BKA-Chef (Quelle: ebenda)
Und wer bei solchen Dingen natürlich nicht fehlen darf, ist der entthronte, ehemalige Rädelsführer der CSU, Edmund ‘Äh’ Stoiber:
… und nannte “eine Entschuldigung der Terroristen bei den Familien der brutal Ermordeten zwingend notwendig”. Dies sei ebenso wie eine klare Absage an Gewalt eine Voraussetzung für eine Rückkehr in die Gesellschaft.
(Quelle: ebenda)
Da zischen mir Gedanken durch den Kopf, die jüngere Leser vielleicht erst nach einem kleinen Exkurs verstehen werden. Lasst uns ein wenig in der deutschen Wikipedia lesen. Was dort über eines der RAF-Opfer steht, kann man überall nachlesen, doch in der Wikipedia haben wir es in komprimierter Form:
… Er (Hanns-Martin Schleyer) ist schon früh ein überzeugter Nationalsozialist. Nach Mitgliedschaft in der Hitler-Jugend seit 1931 wird er am 1. Juli 1933 Mitglied der SS. Während des Studiums engagiert er sich in der NS-Studentenbewegung und findet im Heidelberger Studentenführer Gustav Adolf Scheel einen ersten wichtigen Mentor. Im Sommer 1935 wirft Schleyer seinem Corps “mangelnde nationalsozialistische Gesinnung” vor und tritt unter öffentlichem Protest aus der Verbindung aus, als der übergeordnete Kösener SC-Verband sich weigert, alle jüdischen Alten Herren aus dem Corps auszuschließen. Schleyer selbst kommentiert dies mit den Worten “Ich werde es nie verstehen können, dass ein Corps aus der Auflage, zwei Juden aus der Gemeinschaft zu entfernen, eine Existenzfrage macht”. … Schleyer beginnt seine erste Karriere als Funktionär in der nationalsozialistischen Studentenschaft. Er tritt am 1. Mai 1937 in die NSDAP ein und wird ab dem Sommersemester desselben Jahres Leiter des Heidelberger Studentenwerkes. … 1938 beendet er sein Studium mit dem ersten juristischen Staatsexamen. Nach dem „Anschluss“ Österreichs ist er ab dem Sommersemester 1938 auf besonderen Wunsch Scheels, mittlerweile Reichsstudentenführer, Leiter des Studentenwerks in Innsbruck. 1939 erfolgt dort seine Promotion zum Dr. jur. nach österreichischem Recht. Von Sommer 1940 bis Juni 1941 leistet er seinen Wehrdienst an der Westfront ab, aus dem er wegen einer Verletzung als dienstuntauglich entlassen wird. Er übernimmt dann die Leitung des Studentenwerks der Universität in Prag. Am 1. April 1943 tritt er als Sachbearbeiter in den Zentralverband der Industrie für Böhmen und Mähren ein. Hier wird er dann später Leiter des Präsidialbüros und persönlicher Sekretär des Präsidenten Dr. Bernhard Adolf, der maßgeblich für die “Arisierung” und Germanisierung der böhmischen Industrie verantwortlich ist. [...] Anfang Mai 1945, bei oder kurz vor Ausbruch des tschechischen Aufstandes, verlässt Schleyer Prag und flieht zu seinen Eltern nach Konstanz. Hier wird er am 18. Juli 1945 vom französischen Militär verhaftet. Er bleibt drei Jahre lang in Baden interniert, da er innerhalb der SS einen Offiziersrang (Untersturmführer), das entspricht dem Range eines Leutnants, bekleidet hatte. Am 24. April 1948 wird er aus der Kriegsgefangenschaft entlassen. Im Entnazifizierungsverfahren wird er zunächst als Minderbelasteter eingestuft. Hiergegen legt Schleyer Widerspruch ein, im Revisionsverfahren wird er im Dezember 1948 als Mitläufer eingestuft. Nach dem Tod Schleyers kursiert in der linken Szene das Gerücht, er sei ein enger Vertrauter Reinhard Heydrichs gewesen. So sagte 1978 zum Beispiel der damalige Studentenführer Daniel Cohn-Bendit in einem Interview mit dem ORF: “Dieser Herr Heydrich pflegte an jedem Tag mit einem anderen Herrn gemeinsam in seinem Auto zu fahren. [...] Dieser andere Herr hieß Schleyer.” Bernt Engelmann konstruiert die Möglichkeit, dass Schleyer im Prag der letzten Kriegstage an Geiselerschießungen beteiligt gewesen sei. Diese Vorwürfe sind jedoch nicht durch historische Quellen belegt.
(Quelle: Wikipedia)
Schleyer selbst zu seiner Vergangenheit:
Anlässlich seiner Wahl zum Präsidenten des BDI wird Schleyer in einer Sendung des deutschen Fernsehens auf seine NS-Vergangenheit angesprochen. Er erklärt, er sei stolz auf diese Vergangenheit.
(Quelle: Wikipedia)
Und:
Der verstorbene Schriftsteller Bernt Engelmann hat frühzeitig und in zahlreichen Veröffentlichungen dazu beigetragen, die dunklen Punkte in der Karriere des Hanns Martin Schleyer aufzuklären. Sein erstmals 1974 veröffentlichter Dokumentarroman ,,Großes Bundesverdienstkreuz” über den Kreis um Ries, Strauß, Kohl und Schleyer erregte Aufsehen, einige der dort Porträtierten klagten, mit wenig Erfolg. Schleyer unternahm nichts. Dem Stern erklärte er zu Engelmanns Vorwürfen: Warum sollte ich klagen? Es stimmt ja alles.
(Quelle: Alhambra Sondernummer 20 Jahre Deutscher Herbst)
Nun sitze ich hier am Tisch, gucke mir den mit dem Kopf nach unten hängenden, gekreuzigten Jesus von Georg Baselitz an der gegenüberliegenden Wand an, und stelle mir die nahe liegende Frage: Hat sich der überzeugte Nationalsozialist, der Untersturmführer der Organisation, die nicht nur maßgeblich für die Organisation, sondern vor allem auch für die Durchführung der Endlösung der Judenfrage zuständig war, irgendwann bei irgendwelchen Opfern der Nazidiktatur entschuldigt? Ich weiß es nicht. Und ich glaube es nicht.
Zu lesen wäre da noch ein Interview in der taz, ein sehr interessantes Streitgespräch aus dem Jahr 1978 und das Kapitel Der Deutsche Herbst der rafinfo.de.
Ein Thema, das nicht wirklich neu ist. Doch der Deutsche Herbst jährt sich heuer zum 30. Mal, und eine der “Rädelsführerinnen” kommt im März auf freien Fuß.
An die Ereignisse des Jahres 1977 kann ich mich noch sehr gut erinnern. 18 war ich damals. Und die R.A.F. hielt das Land in Atem. Niemals mehr habe ich den Staat und seine bemützten Beamten in einer solchen Nervosität erlebt. Als der Obengenannte von der R.A.F. entführt wurde, reagierte nicht jeder mit Oh Gott, oh Gott! Der arme Mann! Doch darüber sprach man damals tunlichst nicht in aller Öffentlichkeit. Denn der Begriff des Sympathisanten wurde neu definiert (aber nicht der des Schleyer-Sympathisanten), und nicht wenige Linke bekamen die Knute des Staates und seiner Informationszuträger zu spüren. Denunziantentum hatte Hochkonjunktur. Dass die BILD damals zur Hochform auflief, versteht sich von selbst. Für mich als 18jährigen hieß die damalige Knute Gesamtlehrerkonferenz und Schwere, schriftliche Rüge, die ich noch im Schulsekretariat der Papierverwertung zukommen ließ.
30 Jahre ist das nun her. Alter Schwede. Viele von den Linken wurden Grüne, die – mehrfach am Arsch der Macht geschnuppert – irgendwann politisch gar nix mehr waren, außer Parlamentarier. Die SPD nahm irgendwann die Rosa Luxemburg, den Otto Wels und den Willy Brandt von der Wand und verhurte sich komplett an die Wirtschaft. Die FDP wurde als Spaßpartei inzwischen von der CSU abgelöst, und die Nazis sitzen auch schon wieder, bzw. immer noch in den Parlamenten. Regiert werden wir von einer langweiligen und kantenlosen Trine aus der Ostzone. Die Ostzone? Die haben wir Ende der 80er aufgekauft. Im Verhältnis 1 zu 1. Weil nicht mal mehr der olle Russe die haben wollte. Ganz schön clever. Und uns haben die das als Glasnost und Perestrojka verkauft. Ich weiß, das war jetzt bissle arg ‘tendenziös’ und zeitgeraffert. Aktuell haben wir eine Große Koalition. Wie damals, 1966 bis 1969. Die Zeit, in der die R.A.F. ihren Ursprung fand. Damals wurden sogar noch ehemalige NSDAP-Mitglieder und Stellvertretende Abteilungsleiter für Propaganda des NS-Reichsaußenministeriums Bundeskanzler. Komisches Land, dieses Deutschland.
Kommentare: 24
Ich bin froh in einem Land zu leben in dem sich kein Beckstein, Stoiber oder sonst wer über die Justiz hinwegsetzen kann.
Das Oberlandesgericht Stuttgart hat nicht über einen Feind, sondern über einen Häftling entschieden wie über jeden anderen Strafgefangenen auch. Es hatte allein darüber zu entscheiden, ob von dieser Strafgefangenen noch eine Gefahr ausgeht. Wie sollte das sein nach 24 Jahren Haft. Ob Mohnhaupt inzwischen ihre Verbrechen bedauert oder Reue empfindet, hatte das Gericht nicht zu befinden.
Wohl war. Für die von dir genannten Herren ist die Mohnhaupt aber ein Feind. Hat Wolfgang ‘Dr. Seltsam’ Schäuble eigentlich irgendwas zu der Begnadigung gesagt? Oder nur durchgeladen?
Aus Ostzonensicht ist die RAF-Geschichte eh schwer nachvollziehbar (die größte Strafe dürfte die Umsiedlung in einen Ostplattenbau gewesen sein). Deutschland ist ein seltsames Land, mit einer seltsamen Vergangenheit, und nicht sind die Bösen an ihren spitzen schwarzen Hüten zu erkennen. Bei aller persönlich Uneinsichtigkeit der Nazimitläufer muß ich die erfolgreiche Gründung und Gestaltung der Bundesrepublik mit in die Wertung einbeziehen. Daß die Rechten auf Monhaupt&Co. verweisen und die Linken auf die Vergangenheit Schleyers und Konsorten ist solange nicht verwerflich, solange der Auseinandersetzung rhetorisch geführt wird.
@schwarzmaler: ich bin da engstirnig. die entnazifizierung war eine farce. die aufarbeitung der vergangenheit ebenso. noch bis in die 70er/80er sind altnazis über ihre vergangenheit gestolpert. in der schule haben uns lehrer die demokratie geleert äh gelehrt, die beim adolf die rassenlehre predigten. für mich hat das nichts mit rechts oder links zu tun, sondern mit historischen tatsachen.
ich habe mit absicht gesagt, deutschland sei ein seltsames land (und nicht ein scheißland oder so was), denn ich sehe keine veranlassung meine heimat in frage zu stellen. doch man muss sich sehr kritisch mit all diesen dingen auseinander setzen.
herr dunzl, ich habe mir hier heute einen abgeformuliert, um was zu hinterlassen. was den kalle angeht, recht hat er. gesetz ist gesetz, und es ist schon erstaunlich, dass die, die sonst bei law&order feuchte finger und nasse schlüpper kriegen, plötzlich additiv sühne, reue und eingeständnisse fordern.
was das wissen über die raf, hier und anderswo angeht, so kann man die wiki oder die rafinfo konsultieren und licht in das eigene wissensdunkel bringen. in jeder hinsicht. aber die auseinandersetzung mit den 60/70/80er jahren fällt vielen schwerer, so scheint es, als die kollektiv schuldbeseierte selbsterkenntnisgaukelei über den nazionalsozialismus. es ist aber ein unterschied ob 1965 eine faschofratze lehrkraft an einer bildungsinstitution oder im öffentlichen dienst war, oder ob heute jemand deutschnational rumproletet. auch macht es ein unterschied, wenn ein verlag (wie in den 60/70ern) die presselandschaft beherrscht und zur hatz auf die linken subversiven schmuddelstudenten auffordert, oder wenn der staat wenig später seine renitenten inhaftierten täter zwangsernährt. und hätte es diesen -ach so furchtbaren- deutschen herbst nicht gegeben, möchte ich nicht wissen, wo wir dann heute wären?
jetzt lehne ich mich was vornüber, und ich werde es wohl bereuen, aber, die raf hat in ihren vermutlich 3 generationen 34 personen umgebracht. in knappen 22 jahren. man kann über alles mögliche streiten, aber eben auch über verhältnismäßigkeit in der wahrnehmung. (btw. 24 jahre wie die mohnhaupt hat noch nicht mal der speer gesessen) das ist nicht so sehr ein angenehmes thema für die oben genannten schmierenkommödianten und ihre zur schau getragene betroffenheit, die nichts zur basis hat als die plattform einem angenommenen volksempfinden nach dem maul zu labern (und ich hab mal eine doku gesehen, da haben sie das volk zu den in stammheim inhaftierten interviewt, was da in breitestem schwäbisch ungeniert in die kamera gebrüllt wurde, macht mehr immer noch angst), in tateinheit mit der BILD, die heute den angeblichen krankenhausaufenthalt aus empörung von angehörigen vermeldete. ich habe in den letzten wochen an keinem ort zu keiner zeit den wunsch nach informationen und debatte in der sache gehört.
herr dunzl, ich glaube übrigens, dass die raf in teilen skrupellos war, aber eben anders skrupellos als das, was sie bekämpft hat. um das mal auf heute zu übertragen, ist es etwa nicht skrupellos, in der glotze unentwegt zu behaupten, dass ein bruttolohn von € 3,30 im rahmen einer sich globalisierenden welt, normal und demzufolge zu akzeptieren sei?
da sind wir hingekommen, dass das wiederspruchslos alles behauptet und unhinterfragt gefressen wird, das ist komisch an deutschland.
Gut geschnattert, Frau Lieselchen.
@redunzl. Da fehlen mir 18 Jahre Westerfahrung schmerzlich. Im Osten wurden die Vergangenheit anhand der Personen entnazifiziert (sprich: Flucht, Haft oder Sibirien), die im Kern faschistischen Strukturen – ironischerweise betrieben von Antifaschisten -(Einheitspartei, militärische Jugenderziehung, Staatssicherheit) wurden unangetastet und bei Strafe der Exkommunizierung nicht hinterfragt. Das Deutschland der Westzonen hat aus meiner Sicht mit den falschen Personen die richtigen Lehren gezogen – Mehrparteiensystem, Gewaltenteilung. Daß da manche sich nur äußerlich gewendet haben konnte man bis vor kurzem in der FAZ mitverfolgen – seit der uneinsichtige Teil der Stalingradgeneration in die Altersdemenz gleitet ist auch die Leserbriefseite lesbar.
So nutze ich denn die Pause zum Kommentieren. Lamentieren …
Die RAF-Sache. Eine Übererregungsangelegenheit. Vielleicht so wie beim sog. Reichstagsbrand. Auf beiden Seiten viele Fehler. Aber wenig Eingeständnis darüber.
Dies Reueeinfordern klingt nach guter alter Hinrichtungstradition. Erst bereuen und dann hinrichten – so kommt man in den Himmel. Hier soll man bereuen, aber es geht dann in die Hölle zurück.
Alles ein furchbares Schauspiel in Doppelmoral. Kalle sieht das sehr klar.
Apropos: Ich war damals noch etwas jünger als du, erinnere mich aber an Straßensperren allerorten und eine Diskussion in der Schulklasse (7. oder 8. Klasse) über die “Todesstrafe” – damals war nur ich und der “Prügler” der Klasse gegen eine solche Einführung und Durchführung.
Es wurde gut an den Gehirnen gearbeitet. Sehr und sehr präzise. Diesen Kollateralschaden nehme ich der RAF denn doch sehr übel.
Zunächst sehr Danke für den Beitrag! Die Diskussion war (bei uns) damals immer: Dürfen die Fahrer, Beschützer und sonstige Personen aus dem Umfeld mit „den Tätern“ in Sippenhaft genommen werden? Die meisten meinten nein. Dass heute „Reue“ gefordert wird, von Menschen die über 20 Jahre gefoltert wurden, eine Reue die zum Beispiel von keinem Ministerpräsident und Nazirichter Filbinger gehört wurde, gehört zu den Perversitäten dieser Demokratie. Ich hab genug Entnazifizierungsurkunden auf Vorstandstoiletten hinter Glas gesehen um das Geplörre der Boulevardpresse noch ernst zu nehmen, die der Brigitte Monhaupt noch kunstvoll Augenringe anretuschiert hat.
Gut gesagt, Buster und ihr andern. Ich musste leider noch mal nachdenken heute morgen. Bin irgendwie mit Bauchschmerzen aufgewacht.
Denn mein Eintrag war nicht richtig gedacht. Kollateralschaden steht da. Aber das, lieber Hufi, kann man doch nicht wägen. Vielleicht wäre doch die Polizeistaatlichkeit “ohne” RAF genauso gekommen, oder anders, viel unbemerkter. Vielleicht sollte man dankbar dafür sein, dass dies nicht mit den leisesten nur denkbaren Schritten passiert ist.
Denn: Was war das denn? Volkszählungsboykott etc. und Amnesty International + Rheinsäuberung. Wer weiß, ob das, so unaufgeweckt wie man heute ist (ausdrücklich mich eingeschlossen), nicht damals alles schon kein Thema geworden wäre.
Heute: Schulballermanns und verprügelte Polizisten von Dummbatzen. Total degenerierte Fernsehvolk.
Später habe ich oft überlegt, was denn gewesen wäre, wenn der Pfälzer Dicke damals schon Kanzler gewesen wäre. Mit seinen Dreggers, seinen Zimmermännern und den alten Kriegskameraden und Schreibtischtätern von damals. Über Helmut Schmidt man man denken was man will, aber er ließ immerhin die Panzer in den Kasernen.
Der Schäuble guckt heutzutage ausschließlich gen Morgenland und in den Terrorhimmel der Terrorboeings, während sich bei uns die braune Pest weiter sammelt und täglich Junge kriegt. Links, links, links vom Schutzmann stinkt’s haben früher die Kinder gesungen. Singt der Schäuble heute noch.
Ließ er, der Schmidt? Man muss sich das mal überlegen, ein Haufen schlecht organisierter Menschen, die sich mitten unter uns verstecken mussten, fordern den gesamten Haufen heraus. Nix Schläfer, nix Profis (jedenfalls nicht große), eigentlich sogar Dilettanten nur.
Die Zimmermänner und Dreggers wären doch nur peinlich gewesen. Eigentlich sogar schade, dass nicht die komplette Fratze damals abgefallen wäre. Dieses Schmusemoderateharte des HelmutSchmidt war doch auch nur Verarsche. Gegen Berufsverbote hat der auch nichts unternommen, im Gegenteil, wenn ich mich nicht irre.
Ein Büchner hätte weder unter Schmidt noch unter Dregger was zu Lachen gehabt.
[...] Ein SS-Untersturmführer, die R.A.F. und eine Gesamtlehrerkonferenz (semmel) und Vom Herr GOTT und Frau Monhaupt. [...]
Jaja, die Herren mit dem den weißen Westen und die böse RAF, davor: die böse von drüben gesteuerte APO. Doch wer war ihr erster Waffenlieferant? Der Verfassungsschutz via Peter Urbach. Welcher kennt schon noch den Namen dieses honorigen Handwerkers und Studentenfreundes? Und wer weiß schon noch, wie wichtig es für den Staat damals war, die Militanz der Linken zu befördern? Man brauchte schließlich ein gegen alle Kritiker des Wirtschaftswunderlandes aufgehetztes Volk, um in den Zeiten der ersten großen Rezession die Notstandsgesetze durchprügeln und die Unterstützung der USA nicht nur im Vietnamkrieg rechtfertigen zu können; – so wie man seit dem Ende der RAF und dem Fall der Mauer den islamischen Terrorismus und die Neonazis und die Kinderschänder braucht, um dem Bürger begreiflich zu machen, daß es nur seiner Freiheit und seiner Sicherheit dient, wenn man ihn rund um die Uhr überwacht. Wer nichts tut und denkt, was er nicht tun und denken soll, hat ja schließlich nichts zu befürchten.
So ists Quiri.
[...] CLICK! [...]
Nun, ich schrub eigentlich, dass der Beitrag hier für alle Betroffenheitsheuchler ziemlich wichtig sei.
Als jemand, der in den Siebzigern auf der Polizeischule war, habe ich besonders lebhafte Erinnerung an die damaligen Vorgänge.
Bin seit 1980 kein “Grüner” mehr, trotzdem hat es mich geprägt – und zwar in Richtung Rechtsstaat!
Leider muss ich zustimmen, dass keiner um Aufklärung bittet, was denn damals war und jeder zu wissen glaubt (woher nur?).
Hab euern Feed ersma abonniert.
Dass nun – nach mehr als 30 Jahren – eine Gedenkveranstaltung für die RAF-Opfer gefordert wird, setzt all der Heuchelei noch die Krone auf. 30 Jahre hat es niemanden interessiert. wurde das alles verdrängt.
Aufklärung? Der schlechteste Aufklärer sind unsere geifernden, blutgeilen Medien. Damals gab es nur ein Medium und das hieß BILD. Böll hat das mit seiner Katharina Blum sehr eindrucksvoll dargestellt. Geändert hat sich nicht viel, wie z.B. die aktuelle Diskussion um die Dutschkestraße in Berlin zeigt.
Dass der Schleyer ein SSler und überzeugter Nazi war, hat mir – außer meinen Eltern – damals keiner erzählt. Weder in der Schule, noch im Fernsehen, noch in der Zeitung. Das hätte sich im Deutschen Herbst keiner getraut zu schreiben.
Das ist fast genau die gleiche Kiste, wie sich bei uns keiner schreiben traut, dass es auch in Israel Faschisten und andere Drecksäue gibt. Stelle mer uns doch bloß vor, der angebliche Vergewaltiger und Staatspräsident wäre Staatsoberhaupt eines Halbmond-Landes. Hoho, die ‘freie’ westliche Presse wäre über den und sämtliche Moslems wie eine Horde Geier hergefallen. So hört man jetzt rein gar nix mehr von dieser Sache, seit der tapfere Mann beurlaubt wurde.
Rechtsstaat? Ja, den haben wir wohl. Aber für manche mehr und für manche weniger. Ackermann, Esser, Hartz auf der einen Seite, du und ich auf der anderen…
[...] Ein SS-Untersturmführer, die R.A.F. und eine Gesamtlehrerkonferenz (via Dauerfeuerverarsche) (tags: mohnhaupt raf schleyer) [...]
[...] kopfhoch-studio » Ein SS-Untersturmführer, die R.A.F. und eine Gesamtlehrerkonferenz (tags: lesenswert Politik f.a.r.) [...]
[...] richtet redunzl schon jetzt aus. Nun müsste man vielleicht so konsequent sein und das öffentlich geforderte Andenken auf jeden toten Nazi ausdehnen. Bloß sprengt das unser Betroffenheitsbudget. Reaktion, vorweggenommen: Mensch, maloXP, das ist nicht witzig: Hier ist es doch was ganz anderes, das sind T-e-r-r-o-r-i-s-t-e-n, die den ermordet haben. [...]
Ach so. Der Schleyer hatte also eine Nazivergangenheit. Na, dann ist es ja gut, dass die den ermordet haben. Ein Hoch der RAF. Wenigstens das Bumsesverdienstkreuz muss her. Mohnhaupt, Mohnhaupt, hoihoihoi.
@19: Was die Herren in den Halbmondländern sind oder nicht sind, ist hier nicht bekannt. Weise also mal die Drecksau nicht so weit von denen…
Sie sind hier der Erste, der sagt, es sei gut, dass der Schleyer ermordet wurde. Wortwörtlich. Nicht mal Anführungszeichen haben Sie gemacht. Dann ist das also ernst gemeint, oder? Find’ ich echt mutig das hier öffentlich zu bekennen. Aber ein Mann muss einfach zu seiner Meinung stehen. Sag’ ich auch immer. Und dann noch die R.A.F. und die Mohnhaupt hochleben zu lassen, zeugt von echtem außerparlamentarischen Sportsgeist. Aber diese Meinung teile ich nicht. Auch wenn Sie in Ihrer Begeisterung all das aus meinem Beitrag und den Kommentaren herauskitzeln. Jetzt aber ab zum Kiosk…
Ich bin immer gern Erster, außer beim Sex. Was soll ich am Kiosk? Schon wieder Playboy-Tag?