Hass
Halten wir uns kurz vor Augen, wie viele Witze, Karikaturen, Komödien und weiß-ich-was für alberner, teils verunglimpfender, teils entlarvender oder satirischer Scheiß über “unseren” Gott, seinen sagenumwobenen, ohne Vaginalsäfte und Sperma entstanden Sohn und all die anderen Spinner und Psychopathen in der Mythologie des Christentums gemacht wurden. Dann schauen wir uns an, welchen Aufstand die muselmanische Welt dieser Tage angesichts der fast 4 Monate alten dänischen Karikaturen anzettelt. Sie fordern die Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit. Güter einer einigermaßen zivilisierten Welt, die diese Menschen selbst nie kennenlernen durften. Sie drohen, uns mit Bombenattentanten und YAUHW (YetAnotherUselessHolyWar) zu überrollen. Würden sich die 2.000.000.000 Christen ähnlich aufführen, wäre die Geschichte des Christentums längst zu Ende erzählt, denn inzwischen hätten sich alle gegenseitig tot geschlagen. Der Islam gebärdet sich in unseren Augen auf ein Neues als brodelnde Massenbewegung des Hasses, der Gewalt und der Intoleranz gegenüber allem und allen, die nicht Islam sind. Die christliche Welt muss respektieren, dass die Darstellung Allahs und des Propheten Mohammed nach islamischem Glauben verboten ist. Muss sie das? So, wie der Islam (denn der Islam ist eindeutig ein Mann) seine Frauen respektiert, wenn er sie im Namen des Glaubens steinigt? Oder wie er seine Töchter respektiert, wenn er sie wegen Eheunwilligkeit “ehrenvoll” ermordet? Weil es in einem Märchenbuch oder sonstwo geschrieben steht? Muss die christliche – nein – muss die nicht-islamische Welt das auch respektieren? Die weltweite Politik der Sprenggürtel? Oh, was für Männer – und nur Männer – sehe ich da abends über die Mattscheibe flimmern. Wenn sie uns in martialischem Mummenschanz mit ihren Maschinenpistolen und Panzerfäusten drohen. Wenn sie uns zeigen, was ihrer Meinung nach Islam und wahrer Glaube sind. Und wer dies nicht respektiert, bekommt vor laufender Kamera den Krummsäbel an die Kehle gedrückt und manchmal sogar den Kopf abgeschnitten. Was für Männer. Was für Helden. Mit den allerdicksten Eiern auf der ganzen Welt.
Wie perfekt doch in unserer Welt Propaganda und Manipulation funktionieren. Wir Deutschen können da ein “Heil” von singen. Die Predigt des Imam als ideologisches Fernrohr, gerichtet auf die Welt der Ungläubigen. Je perfekter die Unterdrückung durch die Wächter des Glaubens, je enger die Fesseln der Religion, umso einfacher zu schüren, umso größer der Hass auf alle Andersdenkenden. Bei uns sind’s die Medien und deren Mogule, dahinter die multinationalen Konzerne und Syndikate (teils auch religiös motivierte Eiferer, Geiferer und Giftabsonderer), die unser wackeliges System des endlosen Wachstums und der Ausbeutung von Mensch und Natur aufrechterhalten.
Doch vergessen wir bitte nicht, dass die derzeitige Situation auch ein großer Verdienst der Männer in ihren blood spangled Weißen Häusern, Downing Streets und Präsidentenpalästen ist. Die letzten Tage zeigen uns, dass wir – auf unserer eigenen Seite – allen politischen und religiösen Eiferern und Geiferern auf die Finger gucken müssen. So gut das eben geht. Mannmannmann, wo soll das alles noch hinführen?
Die taz schreibt heute:
Guten Tag, liebe Muslime und Musliminnen!
Jetzt kommt, gebt euch doch mal mehr Mühe! Es ist doch witzlos, dänische Fahnen zu verbrennen! Wegen zwölf (!) Karikaturen, die euren total süßen Mohammed ein bisserl verarschen? Kommt schon: Schlagt doch das christliche Abendland mit seinen eigenen Mitteln! Habt ihr denn, zum Beispiel, keinen Mutterwitz? Schwarzen oder trockenen Humor? Schlagt die Dänen doch mit Blondinenwitzen! Oder habt ihr etwa Ostfriesenwitze? Wenigstens ein paar sprachspielerische Jesus-Sprüche? Wie: “Jesus ist groß, Jesus ist mächtig, er hat einen Arsch von 3 Meter 60!” Oder: “Als Jesus nackt war, kam mein Nachbar aus der Nachtbar!”
Wir wollten euch, liebe Muslime und Musliminnen, doch nur auf die Sprünge helfen.
sueddeutsche.de: Ein Sturm der Empörung, gezielt entfesselt
frankfurterrundschau.de: Moslems gehen weltweit auf die Straße
Bildzeitung: Rudi Carrell lacht den Krebs aus
FAZ: Islamisten drohen mit Attentaten in Kopenhagen
stuttgarter-zeitung.de: —
Berliner Zeitung: Aufruf zum Heiligen Krieg wegen Mohammed-Karikaturen
The SUN: —
Guardian: Cartoon controversy spreads throughout Muslim world
New York Times: —
Einzig die Bildzeitung zeigt sich wahrlich unbeeindruckt.
Nachtrag:
Die US-Regierung hat die Veröffentlichung der Karikaturen (also nicht die Karikaturen selbst) als “beleidigend” bezeichnet. Ha, da belle ich aber ein kurzes und trocknes Lachen in den eiskalten Wintermorgen. Die USA, eine Gesellschaft, die keine, aber auch keine Gelegenheit auslässt, muslimische Führer als das Feinbild der USA darzustellen. Ungezügelter, religiöser Fanatismus ist eine Untugend, die als blutroter Streifen ihren ganz festen Platz auf der Amiflagge hat.
Kommentare: 10
Diese kleinen Länder werden mir immer sympathischer.
Kinderficker, Faschisten/Rassisten und religiöse Fanatiker haben bei uns im Blog Hausverbot. :rote: Das wird auch so bleiben. Aber ich werde die Reihenfolge ändern müssen.:)
Müßte es nicht heißen “Neo-Bazi schriebte” ?
zu 1) Welche kleinen Länder? Dänemark oder was?
zu 2) Nein, nein. Es heißt schrub. Ich bin da ziemlich sattelfest in solchen Dingen.
…jut formuliert, jerne jelesen. kiek ma hier: http://www.myblog.de/politicallyincorrect – nicht mit mir verwand, aber er hat just as big balls as you have. nicht jeder traut sich, die pressefreiheit zu verteidigen. you stand your ground! respekt!
Schön, daß einer mal schreibt wie es ist.
Gegen die “Gleichsetzung” mit diesem Naziblog Rechtsblog würd ich mich wehren, Semmel. “politicallyincorrect ” stinkt nach brauner Scheiße. :rote:
@fireball: Ach, dieses Blog kenn ich schon lange. Da muss ich mich gegen gar nix wehren, Fireball. Wenn jemand nicht unterscheiden kann, wie ich die Welt sehe und dieses “incorrect”-Blog, dann hat er vielleicht ein Problem, nicht ich. Da stehe ich dann doch drüber.
Schlimmer finde ich eher die Leute, die dazu keine Meinung haben. Oder abducken.
@steffen: Ich weiß nicht, ob es so IST. Es IST meine Sichtweise der Dinge. Im Gegensatz zu vielen anderen Menschen weiß ich von der Existenz anderer Meinungen. Ob ich diese gutheiße oder toleriere, steht wieder auf einem anderen Blatt.
Ach Gottchen, die Pressefreiheit verteidigen. Die Pressefreiheit ist schon längst ein eitler Traum, statt dessen tiefes Bücken vor Kommerz und Anzeigekunden.
Naja, im Vergleich zu den Ländern, aus denen jetzt gerade die Forderungen kommen, eben diese “Freiheiten” einzuschränken, haben wir schon eine Pressefreiheit. Da gehört auch nicht allzu viel dazu. Aber: Oh ja, bei uns buckeln die Medien gehörig.
Am fettesten fand ich die Parteinahme der Ami-Regierung. Die schlug einem Fass einen Boden aus. Watt Pharisäer.